Die Villa in Berlin-Charlottenburg
Die Villa in Charlottenburg war lange Jahre das Zuhause

20 Jahre Haus Birkenhain

Förderung zu selbstbestimmtem Leben

Im Zuge des Enthospitalisierungsprozesses in der 1990er Jahren zogen Menschen mit geistiger Behinderung und psychischen Erkrankungen in die Wohnstätte „Haus Birkenhain“. Dazu waren eine alte Villa in der Pillkaller Allee 2 in Berlin-Charlottenburg, zeitweise ein Gebäude in der Herwarthstraße in Berlin-Lichterfelde, hergerichtet worden. Von den Mitarbeitenden wurde ein Modellprojekt mit dem Ziel entwickelt, dass Menschen mit Behinderungen nach ihren langjährigen Aufenthalten in psychiatrischen Kliniken in ein normales Wohnumfeld integriert werden. Um die Verhältnisse zu verbessern, wurde die alte Villa den Bedürfnissen der Bewohnerinnen und Bewohnern angepasst.

Eine Villa in Charlottenburg
Als der Träger, das Deutsche Rote Kreuz – Landesverband Berlin West, in Insolvenz geraten war, boten sich die von Bodelschwinghschen Stiftungen Bethel als verlässlicher Partner an. Im Jahr 2003 wurde die »Gemeindepsychiatrischer Verbund und Altenhilfe gGmbH«, kurz GPVA gGmbH, als Trägergesellschaft gegründet. Schrittweise wurden die neuen Wohn- und Beschäftigungskonzepte umgesetzt, so dass die dort wohnenden Menschen mehr Selbstständigkeit entwickeln konnten - bis die räumlichen Gegebenheiten nicht mehr ausreichten.

Neuer Standort in der Innenstadt
Ein neuer, besser geeigneter Standort wurde gesucht und im Stadtteil Friedrichshain, in der Grünberger Straße 23, gefunden. Der Vermieter stimmte den nötigen Umbauten zu, so dass nach längerer Planungs- und Umbauphase im Spätsommer 2017 umgezogen werden konnte.
Das neue Haus Birkenhain ist nur wenige Gehminuten vom S-Bahnhof Warschauer Straße entfernt und direkt an einer Tram-Haltestelle gelegen. Dadurch verkürzen sich nicht nur Wege zu Ärzten und Therapeuten. Vor allem haben die Bewohnerinnen und Bewohner alles zur Verfügung, was die Innenstadt bietet, und nehmen es auch rege wahr.
Die neue Wohnstätte ist nicht nur größer geworden, sie bietet inzwischen auch 25 Menschen im Alter von 19 bis über 60 Jahren ihre eigene Lebenswelt. Begleitet von erfahrenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern wird ein Höchstmaß an Eigenständigkeit und Privatsphäre geboten.

Darüber hinaus befindet sich auf dem Grundstück im Eck zwischen Grünberger und Warschauer Straße ein Tagesförderbereich mit 23 besetzten Plätzen. Hier können die Bewohnerinnen und Bewohner, die auf Hilfe in fast allen Lebensbereichen angewiesen sind, entsprechend ihren individuellen Fähigkeiten die ihnen möglichen Formen der Arbeitswelt wahrnehmen.

20 Jahre Haus Birkenhain

Am Montag, dem 17. September 2018, feierte Haus Birkenhain sein 20-jähriges Bestehen, mit einer Andacht, Grußworten aus Geschäftsführung, Träger-Vorstand und Bezirk und kleinen Überraschungen.

Das neue Haus Birkenhain in der Grünberger Straße
Das neue Haus Birkenhain in der Grünberger Straße